Es gibt Veranstaltungen, die man besucht, um schlicht Informationen zu sammeln. Und es gibt Begegnungsorte, von denen man mit neuen Gedanken, wertvollen Impulsen und einer spürbaren inneren Bewegung nach Hause zurückkehrt.
Das Internationale Ayurveda Symposium gehört für mich seit fast zwanzig Jahren eindeutig zur zweiten Kategorie.
Jedes Mal freue ich mich aufs Neue auf die fachliche Tiefe, das fundierte Wissen und den Austausch mit Menschen, die Ayurveda nicht als kurzlebigen Lifestyle-Trend verstehen, sondern als umfassende Lebens- und Gesundheitswissenschaft. Hier treffen jahrzehntelanges Erfahrungswissen, aktuelle Fragestellungen und unterschiedliche Perspektiven aufeinander: Ayurveda-Mediziner*innen, Therapeut*innen, Beratende und Lehrende kommen zusammen, um voneinander zu lernen und Ayurveda lebendig weiterzudenken.
Genau diese Verbindung aus Seriosität, Tiefe und persönlicher Begegnung macht das Symposium für mich so wertvoll.
Ein Ort für echtes Erfahrungswissen: Das Rosenberg Zentrum
Eng verbunden ist das Symposium mit dem Rosenberg Ayurveda Gesundheits- und Kurzentrum und der Europäischen Akademie für Ayurveda in Birstein.
Mark und Kerstin Rosenberg haben dort gemeinsam mit ihrem Team einen Ort geschaffen, an dem Ayurveda seit Jahrzehnten professionell gelehrt, praktiziert und weiterentwickelt wird. Dem Zentrum fühle ich mich seit langem tief verbunden – sowohl als Kurleiterin als auch als Dozentin an der Akademie.
In den Kuren und als Dozentin erlebe ich, wie wirkungsvoll Ayurveda ist, wenn er nicht lediglich theoretisch vermittelt, sondern im eigenen Körper erfahren und praxistauglich verstanden wird. Rhythmus, Ernährung, Regeneration, Bewegung, Ruhe und Gemeinschaft greifen darin ganz natürlich ineinander.
Dass die Rosenbergs mit ihrer Initiative das Internationale Ayurveda Symposium tragen und diesen fachlichen Begegnungsraum immer wieder ermöglichen, verdient große Anerkennung. Solche Qualitätsräume entstehen nicht von allein – sie brauchen Vision, Ausdauer und ein tragfähiges Netzwerk.
Gesundheit neu denken
Das Symposium steht unter einem Leitgedanken, der den Charakter dieser Veranstaltung kaum treffender beschreiben könnte:
„Ayurveda vertiefen. Leben verstehen. Gesundheit neu denken.“
Denn es geht nicht darum, bestehendes Wissen starr zu wiederholen. Es geht darum, genauer hinzusehen und traditionelle ayurvedische Erkenntnisse mit unserer heutigen Lebensrealität zu verbinden.
Wie kann Gesundheit in einer Zeit gelingen, die von Beschleunigung, Leistungsdruck und permanenter Selbstoptimierung geprägt ist? Was stärkt unsere Widerstandskraft? Wie bleiben wir körperlich, mental und emotional gesund? Für solche Fragen braucht es Orte, an denen Wissen nicht vereinfacht dargestellt wird, sondern Raum für Austausch, Differenzierung und komplexe Zusammenhänge bleibt.
Vom „dabei sein“ zum Gestalten: Seit 2024 als Speakerin dabei
Seit 2024 darf ich das Symposium auch mit eigenen Beiträgen mitgestalten. Mein erster Vortrag fand damals beim Symposium in Luzern statt – umso mehr freue ich mich, auch in diesem Jahr wieder als Speakerin auf der Bühne zu stehen.
Für mich ist dieser Auftritt eine zutiefst stimmige Verbindung meiner unterschiedlichen Arbeitsbereiche: Seit über 20 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Ayurveda, Gesundheit und Prävention. Inzwischen verwebe ich dieses jahrzehntelange Erfahrungswissen immer stärker mit systemischem Coaching, moderner Alltagspsychologie, Salutogenese und Resilienz.
Und dabei lande ich immer wieder bei meinem absoluten Herzensthema: Longevity – Langlebigkeit – dem gesunden, erfüllten Älterwerden.
Longevity ist derzeit in aller Munde, wird als neuester Gesundheitstrend gefeiert und mit unzähligen Buzzwords aufgeladen.
Doch wenn man den aktuellen Hype einmal gelassen zur Seite schiebt, wird klar: Der Ayurveda betreibt genau diese Kunst der Langlebigkeit seit Jahrtausenden – ganz ohne Verkaufs-Slogans, ohne Tracking-Stress und ohne den Druck, den eigenen Körper wie eine Maschine zu optimieren.
Genau diese Brücke schlage ich in meinem diesjährigen Vortrag:
„Das Erbe der Hundertjährigen – warum Ayurveda die ursprünglichste ‚Blue Zone‘ der Welt ist“
In meinem Beitrag verknüpfe ich die Erkenntnisse der modernen Longevity-Forschung und der bekannten Blue Zones mit der zeitlosen Weisheit des Ayurveda. Denn Dinge wie ein natürlicher Rhythmus, echtes Regenerieren, nährende Gemeinschaft, Alltagssinn und eine typgerechte Lebensweise sind keine neu erfundenen Biohacks – es sind die wohl ursprünglichsten Prinzipien für ein langes, lebendiges Leben.
Mir geht es in meiner Arbeit vor allem um eine Frage: Wie können wir gesund und voller Energie älter werden, ohne unser tägliches Leben in ein anstrengendes Dauer-Optimierungsprojekt zu verwandeln?
Die Magie der Begegnung
Was mich jedes Jahr nach Birstein zieht, ist aber nicht allein das Fachprogramm. Es ist die besondere Atmosphäre.
Beim gemeinsamen Essen, in den Pausen oder im Gespräch nach den Vorträgen entstehen oft Gedanken, die noch lange nachwirken. Diese Begegnungen mit Gleichgesinnten empfinde ich als zutiefst inspirierend und stärkend. Sie erinnern mich daran, wie wichtig es ist, sich regelmäßig neuen Perspektiven auszusetzen – denn auch nach mehr als zwei Jahrzehnten im Ayurveda gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Vielleicht ist genau das ein Zeichen für lebendiges Wissen: Es ist niemals abgeschlossen.
Ich blicke mit großer Vorfreude auf den Oktober und die kommenden Tage in Birstein, auf vertraute und neue Gesichter und auf das gemeinsame Weiterdenken einer zeitlosen Gesundheitslehre.
Ich bin Ariane Hotzel – und ich freue mich riesig, wenn wir uns vom 9. bis 11. Oktober in Birstein persönlich begegnen und austauschen!